Wie lokalisiert man Texte?

Wenn Übersetzer von Lokalisierung sprechen, dann bedeutet das, dass ein Text an die kulturellen Gepflogenheiten und den geschäftlichen Gegebenheiten des Ziellandes angepasst wird. Der Text soll den Eindruck vermitteln, dass dieser extra für den linguistischen Hintergrund des Ziellandes geschrieben worden ist. Die ursprüngliche Bedeutung des Textes darf hierbei nicht verändert werden.

Sie haben vielleicht einmal eine Bedienungsanleitung gelesen, welche mehr Unterhaltungswert als Informationswert hatte. Durch maschinelle Übersetzungen entstehen unfreiwillig komische Texte.

Wenn Sie eine Bedienungsanleitung übersetzen müssen, dann können Sie einfache Sachverhalte grafisch darstellen, um die Kosten eines Übersetzers teilweise zu sparen. Lassen Sie den Übersetzer nur die wichtigen Passagen übersetzen. Irgendwelche Informationen für wen Sie schon alles gearbeitet haben, oder ein Impressum muss nicht übersetzt werden, das wirkt nur aufgeblasen und macht oft keinen guten Eindruck.

Was muss ein Übersetzer beachten, wenn er einen Text lokalisiert? Hier einige Punkte:

1. Ein Übersetzer muss die Sprache zur Lokalisierung adaptieren.

Adaptieren bedeutet, dass etwas in ein anderes Format umgewandelt werden muss, die ursprüngliche Information darf aber hierbei nicht verloren gehen. Dies ist nötig, weil eine wörtliche Übersetzung in eine andere Sprache nur selten möglich ist. Zum Beispiel könnte die wörtliche Übersetzung lauten: „Kleben Teil A an Teil B“. Natürlich kann man sich zusammenreimen, was wohl gemeint ist, aber wesentlich professioneller und schöner sieht es schließlich aus, wenn man daraus folgenden Satz macht: „Kleben Sie das Bauteil A an das Bauteil B. Dies hinterlässt auch einen positiven Eindruck vom Hersteller.

2. Das Layout und die Farbgebung des jeweiligen Formats muss an das Zielland angepasst werden.

Ein ganz banales Beispiel ist hier die arabische Sprache. Hierzulande schreibt man von Links nach Rechts, im Arabischen Raum anders herum. Japanische Werbung ist knallig und bunt, scheinbar strukturlos für unsere Augen, während deutsche Werbung ganz bestimmten aufgeräumten Mustern folgt. Deutsche Werbung würde einen Asiaten genau so irritieren wie es japanische Werbung im deutschen Kulturraum zu tun vermag.

3. Es müssen Datumsformate angepasst werden, ebenso Zeitformate und Maßeinheiten.

Es ist einmal eine Mars-Mission der NASA gescheitert weil ein Wissenschaftler vergessen hat die richtige Maßeinheit zu verwenden. Er rechnete in cm, während die NASA dachte, es seien Inches gemeint. Auch auf solche Feinheiten muss man bei der Übersetzung von Texten achten. Die meisten Amerikaner können mit dem metrischen System nichts anfangen, sie haben noch nicht einmal ein passendes Maßband. Ebenso müssen Datumsformate angepasst werden. Während wir Deutsche zuerst den Tag nennen, dann den Monat und dann das Jahr, beschreiben viele andere Länder das Datum anders. Die Amerikaner nennen zum Beispiel erst den Monat und dann den Tag.

4. Symbole und Grafiken müssen ebenfalls genau überprüft werden.

Es gibt zum Beispiel Handzeichen, welche im europäischen Kulturraum eine bestimmte Bedeutung haben, aber in anderen Kulturräumen eine völlig andere Bedeutung darstellen. Was bei uns OK bedeutet, kann im Irak eine Beleidigung bedeuten.

Sie sehen also, dass es einen guten Grund gibt warum Texte lokalisiert werden. Nämlich damit sie richtig verstanden werden und es keine Missverständnisse gibt. Falsch übersetze Texte können beim Leser einen schlechten Eindruck vermitteln und man will doch schließlich nicht, dass der Leser eines Textes bestenfalls ein mitleidiges Grinsen aufsetzt, wenn er die Bedienungsanleitung deutscher Produkte liest.

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